Energiesparende Wasserförderung

Das Wasser wird aus dem Wahnbachstausee auf den Siegelsknippen zur Trinkwasseraufbereitung gefördert. Vom Siegelsknippen mit einer Höhe von circa 170 Meter über NN kann das Wasser in etwa 80 Prozent des Versorgungsgebietes im freien Gefälle ohne zusätzliche Pumpenförderung abgegeben werden. Der Höhenunterschied von rund 100 Metern zwischen dem Talsperrenpumpwerk im Wahnbachtal und der Trinkwasseraufbereitungsanlage Siegburg-Siegelsknippen wird durch fünf Pumpen mit Mittelspannungsmotoren und Förderströmen von 0,5 bis 1,0 Kubikmetern pro Sekunde mit Antriebsleistungen von bis zu 630 Kilowatt überwunden. Der Vordruck des aufgestauten Wasserspeichers von maximal 4,5 bar ist beim Pumpbetrieb und für die Energiebilanz von wesentlicher Bedeutung. Neben den Pumpen wurde eine Turbine installiert, die auf gleicher Welle eine Pumpe antreibt. Mit dieser „Pumpenturbine" kann bei ausreichender Wassermenge im Stausee und entsprechendem Vordruck eine Wassermenge von 0,5 Kubikmetern pro Sekunde in die Aufbereitungsanlage Siegelsknippen verbracht werden. Die Pumpenturbine dient aber nicht nur der Energieeinsparung, sondern ist auch ein wesentliches Element der Versorgungssicherheit. Denn auch bei großräumigem Stromausfall ermöglicht sie den Transport von 50 Prozent der Standardfördermenge in die Aufbereitungsanlage, die im Anschluss über die Freigefälleleitungen in Richtung Bonn, Siegburg und in den westlich liegenden Rhein-Sieg-Kreis abgegeben werden kann. Über Notstromdieselaggregate wird die Förderung der übrigen 50 Prozent der Standardmenge im gesamten Versorgungsgebiet sichergestellt.

Die Pumpenturbine erbringt eine Leistung von 343 Kilowatt, die ohne Umwandlungsverluste in Pumpenergie umgewandelt wird. Im Jahr 2008 wurde diese Pumpenturbine in Vorbereitung der Talsperrensanierung über rund 4.100 Betriebsstunden betrieben. Das entsprach einer elektrischen Leistung von 1,4 Millionen Kilowattstunden beziehungsweise 1,4 Gigawattstunden. Die Stromeinsparung beim WTV belief sich bei einem Strompreis von 0,09 Euro pro Kilowattstunde auf circa 126.000 Euro. Auch in einem normalen Jahr ohne Stauspiegelabsenkung zur Sanierung - wie im Jahr 2007 - betrug die Laufzeit der Pumpenturbine noch 2.250 Stunden, entsprechend einer Einsparung an Elektroenergie von 0,77 Millionen Kilowattstunden, das sind circa 70.000 Euro Stromersparnis.