Energiemanagementsystem (EnMS)

Mitte 2013 hat der WTV begonnen, zur Verbesserung der Energieeffizienz ein Energiemanagement-System (EnMS) gemäß DIN EN ISO 50001 zu etabliert. Im August und September 2015 überprüfte ein externer Auditor das EnMS des WTV, im abschließenden zweitägigen Zertifizierungsaudit Ende September wurden durch ihn die Elemente des Systems überprüft und der erforderliche Nachweis erbracht, „dass ein Energiemanagement-System eingeführt wurde und erfolgreich angewendet wird“. Der Zertifizierungsausschuss der vom WTV beauftragten Zertifizierungsstelle, der GUTcert in Berlin, hat in der 46. Kalenderwoche 2015 die Zertifizierung des EnMS befürwortet. Eine Woche später wurde dem WTV das Zertifikat übersandt. Das Zertifikat ist gültig vom 12. November 2015 bis zum 11. November 2018, so dass im gleichen Jahr eine Re-Zertifizierung verbunden mit einem mehrtägigen Audit wiederum durch einen externen Auditor erfolgen wird. In den Jahren 2016 und 2017 werden darüber hinaus sogenannte und jeweils eintägige Überprüfungsaudits durchgeführt und parallel zu diesen externen Audits in jedem Jahr auch interne Audits.

Ziel und Aussichten

Mit der Etablierung eines EnMS verfolgt(e) der WTV nachstehende Ziele:

  • Die Energieeffizienz im Unternehmen ständig zu verbessern und damit die Energiekosten zu optimieren.
  • Den Anspruch des WTV auf Strom- bzw. Energiesteuerentlastung zu erhalten.

Nach der für den Strom- und Energiesteuerspitzenausgleich maßgeblichen Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV) erfolgte für die Einführungsphase im Jahr 2013 eine Dokumentenprüfung durch den externen Auditor GUTcert. Der bescheinigte dem WTV im Anschluss den Beginn einer erfolgreichen Einführung eines EnMS im Sinne der DIN EN ISO 50001. Unter dieser Voraussetzung erhielt der WTV für das Jahr 2013 eine Strom- und Energiesteuerentlastung in Höhe von insgesamt rund 450.000 Euro. Bereits im Sommer 2014 führte der externe Auditor im nächsten Schritt eine weitere Überprüfung des Energiemanagements beim WTV durch. Neben einer Dokumentenprüfung wurde im Juli auch eine erfolgreiche eintägige Vor-Ort-Prüfung vorgenommen und dem WTV für das Jahr 2014 die erfolgreiche Fortsetzung der Einführung eines EnMS der DIN EN ISO 50001 entsprechend bescheinigt. Damit waren die Voraussetzungen für eine Strom- und Energiesteuerentlastung für das Jahr 2014 ebenfalls geschaffen. Ein entsprechender Antrag wurde nach Vorliegen aller Jahresschlussrechnungen zu Beginn des Jahres 2015 beim zuständigen Hauptzollamt gestellt. Der WTV erhielt für das Jahr 2015 eine Strom- und Energiesteuerentlastung in Höhe von insgesamt rund 510.000 Euro. Den Anspruch auf Erstattung der Strom- beziehungsweise Energiesteuerentlastung in Höhe von rund 500.000 Euro pro Jahr hat der Verband mit der erfolgreichen Zertifizierung seines EnMS bis auf weiteres sichergestellt. Das im Jahr 2015 weiterentwickelte Energiemanagement hat darüber hinaus bereits zu Verbesserungsmaßnahmen geführt. Mittelfristig werden beziehungsweise sind insbesondere im energieintensivsten Bereich - der Roh- und Trinkwasserförderung - weitere Maßnahmen geplant, die in einem Aktions- und Maßnahmenplan zusammengefasst sind. Neben der Erhöhung der Energieeffizienz werden die Energiekosten auch durch eine vorausschauende, strukturierte Energiebeschaffung und durch eine weitgehende Begrenzung der gesetzlichen Umlagen (KWK-Umlage, StromNEV-Umlage, Offshore-Haftungsumlage) optimiert. Die Energiebeschaffung von Strom und Erdgas wurde bis Ende des Jahres 2015 auch für die Jahre 2019 bis 2020 zu günstigen Konditionen vertraglich gesichert, so dass mit Ausnahme der Steuern und Abgaben (Umlagen) planbare Verhältnisse für den Mittelfristzeitraum vorliegen.

Übergeordnetes Ziel aller Bemühungen um eine stetig verbesserte Energieeffizienz ist es, auch im Energieeinsatz weiter effizient und kostenoptimiert zu arbeiten und damit für die Abnehmer/Kunden des WTV eine sichere Trinkwasserversorgung auf gewohnt hohem Qualitätsniveau und zu angemessenen Preisen dauerhaft zu gewährleisten.

Konkrete mittel- und langfristige Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz

Zur weiteren Verbesserung der Energieeffizienz sind in den kommenden Jahren unter anderem folgende Maßnahmen geplant:

  • Erneuerung der Heizungsanlagen in Seligenthal und Meindorf (eventuell in Verbindung mit einer Nutzung der Abwärme der dortigen Pumpwerke),
  • Erneuerung und energetische Optimierung der Pumpwerke Happerschoß, Honscheid und Süchterscheid und 
  • Errichtung von Photovoltaikanlagen an einzelnen Standorten.