Lebensräume (Biotope) am Wasser sind in der Regel artenreicher als solche ohne Wasser. Die Bedeutung für Natur und Mensch, Gewässer zu schaffen oder zu erhalten, die nicht chemisch verunreinigt sind, hat man längst erkannt. Besonders wegen der Flutkatastrophen wird der Trend vergangener Jahre langsam umgekehrt: Flüsse und Bäche werden nicht mehr begradigt sowie Moore, Sümpfe, Wiesen und sonstige Feuchtgebiete nicht mehr im bisherigen Umfang trocken gelegt. Dennoch haben auch künstlich angelegte Gewässer, wie Talsperren und Wasserrückhaltebecken, ihre Bedeutung als Naturgebiete “aus zweiter Hand” in unserer bereits vielfach versiegelten Landschaft. Gerade Trinkwassertalsperren unterliegen außerdem besonderen naturschonenden Schutzmaßnahmen.
Wegen ihrer Steilufer und ihrer Wassertiefe, infolge des Fehlens von Flachwasserzonen und Schlammflächen (mit Ausnahme des Vorbeckens) sowie dichterer Ufervegetation ist die Wahnbachtalsperre als Brutbiotop für Wasservögel weniger geeignet. Besonders von Oktober bis April ist sie jedoch ein bevorzugtes Rast-, Ruhe- und Nahrungsgewässer für durchziehende und überwinternde Wasservögel sowie insgesamt ans Wasser gebundene Vogelarten, zumal sie wegen der durch die Wassertiefe bedingten günstigen Temperaturverhältnisse selbst in strengen Wintern niemals gänzlich zufriert.
Häufigste Vogelarten im Winterhalbjahr sind Haubentaucher, Kormoran und Stockente. Regelmäßig sind dann auch einige Gänsesäger aus Nord-/Nordost-Europa vom Staudamm aus auf der Wasserfläche zu beobachten. In strengeren Wintern nimmt die Arten- und Individuenzahl der Wasservögel zu.
Beleg für die Anziehungskraft der Talsperre auf die Vogelwelt ist die Artenliste der Vögel, die seit 1969 auf der Talsperre beobachtet wurden. Etwa ein Drittel dieser Vogelarten hat Bezug zum Wasser und ist nur wegen der Talsperre im Wahnbachtal erschienen.
Bearbeiter und verantwortlich für die Vogelliste: Reiner Petersen, Siegburg
Fotos: Bernhard Deykowski