Seitenname: Portraits
Druckdatum: 17.05.2012
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Porträts

Dr.- Ing. Franz Kaiser
Erster und langjähriger Vorsteher des Wahnbachtalsperrenverbandes

Zur Gründung des Wahnbachtalsperrenverbandes fanden sich am 12. Juni 1953 seine Mitglieder, die Städte Bonn und Siegburg, der Siegkreis und der Landkreis Bonn sowie das in Siegburg ansässige bedeutsame Industrieunternehmen, die Chemie-Faser Aktiengesellschaft, später Phrix-Werke Aktiengesellschaft, Zweigniederlassung Siegburg, zusammen. Gemeinsames Ziel war es, den zu diesem Zeitpunkt angemeldeten Bedarf an Trinkwasser von insgesamt 14,5 Mio.m³/Jahr der vier Gebietskörperschaften und den Bedarf des Industrieunternehmens an Brauchwasser in ähnlicher Höhe von 13,6 Mio. m³/Jahr durch die Errichtung und den Betrieb der Wahnbachtalsperre sicherzustellen.
Die Vertreter der Mitglieder wählten jeweils einstimmig aus ihrer Mitte zum Vorsteher des Wahnbachtalsperrenverbandes den Technischen Vorstand der Chemie-Faser Aktiengesellschaft, Zweigniederlassung Siegburg, Herrn Dr.-Ing. Franz Kaiser, und zu seinem Stellvertreter Herrn Dr. Johannes Langendörfer, Oberstadtdirektor Bonn.

Dem Vorstand gelang es sehr schnell, mit Weitblick und einem hohen Maß an Durchsetzungsvermögen die Interessen der Mitglieder zu einem Werk zusammenzuführen. Der Vorsteher Dr.-Ing. Kaiser als Repräsentant des Verbandes erlangte Vertrauen, Anerkennung und Achtung der Mitglieder, der Aufsichtsbehörden des Verbandes sowie der übrigen an dem Unternehmen beteiligten Behörden und Gremien. Er konnte die mit Planung und Umsetzung des Vorhabens betraute Geschäftsführung, die Mitarbeiter sowie Mitarbeiterinnen des Verbandes und die ausführenden Unternehmen zu großen Anstrengungen und Leistungen motivieren.

Dr. Kaiser wurde jeweils mit Ablauf seiner satzungsgemäßen Amtszeit, auch nach seiner Berufung zum Generalbevollmächtigten des Gesamtunternehmens Phrix-Werke AG in Hamburg, in den Jahren 1959, 1964 und 1969 sowie 1971 nach seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen, von den Mitgliedern weiter als Vorsteher des Verbandes bestätigt.

In den 18 Jahren des ununterbrochenen Wirkens von Dr. Kaiser als Vorsteher wurden die Wahnbachtalsperre und das Grundwasserwerk Untere Sieg, verbunden mit einem großräumigen Trinkwasserverteilungsnetz, geschaffen. Durch den großzügigen und zukunftsweisenden Ausbau der Trinkwasserversorgung hat Dr. – Ing. Franz Kaiser als Vorsteher des Wahnbachtalsperrenverbandes die Entwicklung unserer Region maßgeblich mitgestaltet. Wir sind ihm zu tiefem Dank verpflichtet.

Dr. Kaiser starb plötzlich und unerwartet am 8. September 1971. Wir gedenken seiner ehrend.

In der 33. Verbandsversammlung am 18. November 1971 wurde der Oberkreisdirektor des Rhein-Sieg-Kreises, Paul Kieras, zum Nachfolger von Dr. Kaiser als Vorsteher gewählt.

 

Paul Kieras - Nachfolger als langjähriger Verbandsvorsteher

„Und handeln sollst Du so, als hinge von Dir und Deinem Tun allein das Schicksal ab der deutschen Dinge und die Verantwortung wär‘ Dein!“ Unter dieses Leitwort des Philosophen Johann Gottlieb Fichte stellte Paul Kieras bei der Amtsübernahme 1959 seine Arbeit als Oberkreisdirektor. Vom 1. April 1959 bis zum 30. September 1983 stand der studierte Rechts- und Staatswissenschaftler Paul Kieras, der zuvor fünf Jahre lang stellvertretender Oberkreisdirektor beim Landkreis Schleiden in der Eifel gewesen war, an der Spitze der Kreisverwaltung am Kaiser-Wilhelm-Platz in Siegburg. Nach seiner ersten Ernennung für 12 Jahre wurde er 1971 für eine zweite Amtsperiode wiedergewählt. 24 Jahre und sechs Monate stand er dem Kreis vor.

Ebenfalls im Jahr 1971, genau am 18. November, wählte die Verbandsversammlung des Wahnbachtalsperrenverbandes Paul Kieras zum Nachfolger des Verbandsvorstehers Dr. Franz Kaiser.

In der Kreisverwaltung erlebte Kieras unruhige Jahre, veränderte sich die Region doch durch die kommunale Neuordnung drastisch. Paul Kieras arbeitete hart gegen die ursprünglich geplante Zerschlagung des alten Siegkreises und für einen starken Rhein-Sieg-Kreis. Und auch für den Wahnbachtalsperrenverband hat Paul Kieras wichtige Entscheidungen getroffen: Als erstes stand die Realisierung der Phosphor-Eliminierungsanlage, eines 37,5-Millionen-Projekts, während seiner Amtszeit als Vorsteher des Wahnbachtalsperrenverbandes an. Im Jahr 1974 begannen die Bauarbeiten für diese Anlage, deren Tauglichkeit zuvor lediglich in Versuchsanlagen, im wesentlich kleineren Maßstab, bewiesen worden war. Doch als „gebürtiger Schlesier mit dem Pflichtbewusstsein eines staatstreuen Preußens“, so sahen ihn die Journalisten nach seinem Tod im Rückblick, hatte er dem notwendigen Projekt nach eingehender Erörterung mit den Verbandsmitgliedern ohne Zögern zugestimmt. Und das kam nicht von ungefähr, hatte Kieras doch bei seiner Amtseinführung schließlich nicht nur einen Preußen, nämlich seinen Vater, der preußischer Postbeamter war, sondern auch Otto von Bismarck und Friedrich den Großen als Vorbilder angeführt. Er verfocht eine „Demokratie, die mit starker Hand regiert und nicht alles zerredet“, äußerte er einmal in einem Interview.

Eher freie Hand, allerdings in bestimmten Grenzen, habe er den beiden Geschäftsführern des Wahnbachtalsperrenverbandes während seines Wirkens als Vorsteher des Verbandes gelassen, berichtet heute Wolfram Such, der als Nachfolger von Franz-Gerd Hötter die Geschäfte des Verbandes von 1989 bis 2001, über das Wirken von Paul Kieras hinaus, führte. Trotzdem habe er sich stets für die Belange der Trinkwasserversorger interessiert und häufiger um Führungen in Versuchsanlagen gebeten. „Problemlösungen, wie etwa die Phosphor-Eliminierung, haben ihn äußerst fasziniert“, erinnert sich Such. „Kieras stellte immer sehr gezielte Fragen“, so Such, der Kieras‘ „Blick für das Wesentliche“ sehr bewunderte. „Wenn er von einer Sache überzeugt war, hat er das den Vertretern des Verbandes mit Überzeugungskraft und sehr plausibel verdeutlicht.“

Im September 1983 gab der damals 65-Jährige - Paul Kieras wurde am 19. September 1918 in Bralin/Mittelschlesien geboren - das Zepter des OKD weiter. Dem Wahnbachtalsperrenverband indes stand er noch mehr als ein Jahrzehnt, bis zum 31. März 1994, vor.

Während dieser Zeit seines weiteren Wirkens als Vorsteher wurden von der Verbandsversammlung weitreichende Beschlüsse über die Errichtung neuer  umfangreicher Anlagen gefasst, so für den Bau der dritten Hauptversorgungsleitung von der Trinkwasseraufbereitungsanlage Siegelsknippen über die Trinkwasseraufbereitungsanlage Sankt Augustin-Meindorf durch Bonn-Beuel nach Bonn-Süd mit der dritten Rheinkreuzung. Auch die Entscheidungen für die Planung und den Bau der Gewinnungs-, Vorbehandlungs- und Förderanlagen für das Grundwasser aus dem Hennefer Siegbogen sowie die Planung und die Vorbereitungen für die Errichtung der neuen Trinkwasseraufbereitung Siegelsknippen mit den zugehörigen Betriebs-, Förder-, Speicher- und Verteilungsanlagen fielen in seine nahezu 23 Jahre währende Amtszeit als Verbandsvorsteher.


Am 10. März 1997 starb Paul Kieras im Alter von 78 Jahren an Herzversagen.

 

Regierungsbaurat a.D. Siegfried Schilder
Erfolgreicher Ingenieur in der Bauverwaltung und
Mann der ersten Stunde beim WTV

Die Gründung und der Aufbau des Verbandes bis zur Inbetriebnahme der Wahnbachtalsperre und Aufnahme der Trinkwasserversorgung sind untrennbar mit Siegfried Schilder verbunden. Als Geschäftsführer vom 1. August 1953 bis zu seiner schweren Erkrankung und dem frühen Tod am 23. Februar 1959 im 53. Lebensjahr hat er die Errichtung der von ihm geplanten Wahnbachtalsperre und der Anlagen zur Förderung, Aufbereitung und Verteilung des aus dieser gewonnenen Trinkwassers geleitet.

Es ist reizvoll, seinen beruflichen Werdegang in der Bauverwaltung bis zur Übernahme dieser Aufgabe, die den Höhepunkt seines Schaffens bildet, in kurzen Worten zu verfolgen:

Geboren am 23. März 1907 in Allenstein/Ostpreußen, Reifeprüfung am humanistischen Gymnasium in Osterode/Ostpr., von 1926 bis 1930 Studium des Bauingenieurwesens an den Technischen Hochschulen (TH) Dresden und München mit zwischenliegenden Praktika auf Baustellen, im November 1930 Diplomhauptprüfung an der TH Hannover. Von 1930 bis 1934 Ausbildung als Regierungsbauführer des Wasser- und Straßenbaufaches in der preußischen Bauverwaltung, unterbrochen durch Tätigkeiten als technischer Angestellter im Wasserwirtschaftsamt Lötzen/Ostpr., beim Brückenbau und im statischen Büro der Baufirma Polensky & Zöllner in Berlin.

Nach Ablegung der Großen Staatsprüfung im Mai 1935 als Regierungsbauführer tätig in der Verwaltung der Oberländischen Seen (Ostpr.), der Märkischen Wasserstraßen (Brandenburg), bei der Elbstrombauverwaltung, dem Provinzialverband (Straßenverwaltung) Sachsen sowie der Regierung Königsberg (preußische Wasserwirtschaftsverwaltung) und mit wasserwirtschaftlichen und wasserbaulichen Aufgaben (Fluss-, Strom- und Kanalbau) befasst.

Besonders zu erwähnen sind darunter die Bauleitung an der Eisenbahn- und Straßenbrücke über die Elbe bei Tangermünde von 830 m Länge sowie an einer Brücke über die Bode vor der Mündung in die Saale, jeweils verbunden mit umfangreichen Straßen- und Deichbauten, beide Bauvorhaben in Sachsen-Anhalt.

Mit der Ernennung zum Regierungsbaumeister trat der junge Schilder in das Wasserwirtschaftsamt Trier/Mosel ein. Dort waren ihm die Wartung und der Ausbau der Trinkwasserversorgung in den Landkreisen des Hunsrücks und der Eifel übertragen. Nach zweieinhalb Jahren wurde er zum Wasserwirtschaftsamt Gumbinnen/Ostpr. versetzt und dort zum Regierungsbaurat ernannt. Im August 1939 zur Wehrmacht eingezogen, war er als Pionieroffizier zunächst Führer einer Brückenbaueinheit, dann in Nordafrika als Führer eines Wasserversorgungsverbandes in den Trockengebieten von der ägyptischen Wüste bis nach Tunesien eingesetzt. Nach der Kapitulation des deutschen Afrika-Korps kam er im Mai 1943 als Kriegsgefangener nach Texas/USA. Bis zu seiner Entlassung im Juni 1946 hat er sich dort mit dem Aufbau und der Leitung von Kursen zur Vermittlung der Stoffgebiete Mathematik, Physik, Mechanik u.a. in den Vordiplom-Semestern zur Vorbereitung seiner gleichfalls gefangenen Kameraden auf das spätere Studium für Bauingenieure, Elektrotechnik und Maschinenbau an deutschen Technischen Hochschulen beschäftigt.
Nach Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft war er zunächst als technischer Angestellter beim Chief-Engineer im Hauptquartier der 2. Division der British Royal Engineers im Rheinland mit Bauaufgaben befasst, dann als freischaffender Ingenieur tätig.

Als Leiter einer Arbeitsgruppe beim Wasserwirtschaftsamt Bonn war er mit der Aufstellung des Entwurfes zur Bildung des Wahnbachtalsperrenverbandes betraut. Der Entwurf wurde am 30. November 1950 vorgelegt. 

Am 1. Dezember 1950 übernahm Schilder beim Aggerverband in Gummersbach die Bauleitung für die Genkeltalsperre. Das Sperrenbauwerk wurde als Steinschüttdamm und erstmalig in einer Höhe von fast 50 m mit einer bituminösen Oberflächendichtung auf der wasserseitigen Böschung ausgeführt. Diese Ausführung wurde auch zum Vorbild für die Wahnbachtalsperre. Die Genkeltalsperre war im Juli 1953 fertiggestellt.

Am 1. August 1953 trat Schilder als Geschäftsführer in die Dienste des Wahnbachtalsperrenverbandes.

Das Wirken von Siegfried Schilder spiegelt das erfüllte Berufsleben eines erfolgreichen Bauingenieurs in schweren Zeiten wider.

 

Leitender Regierungsbaudirektor a.D. Hans Kiel
Gründer des Wahnbachtalsperrenverbandes

Am 12. Juni 1953 fand im Hotel „Zum Stern“ in Siegburg unter Leitung von Regierungsbaudirektor Hans Kiel als Hauptdezernent für Wasserwirtschaft bei der Aufsichtsbehörde, dem Regierungspräsidenten in Köln, die Gründung des Wahnbachtalsperrenverbandes statt.

Am 29. Juni 1959 wählte die Verbandsversammlung den Leitenden Regierungsbaudirektor a.D. Hans Kiel zum Nachfolger des verstorbenen Geschäftsführers Siegfried Schilder ab 1. August 1959 für die Dauer von zunächst 5 Jahren. Hans Kiel hat dieses Amt nach Verlängerung seines Anstellungsvertrages 7 Jahre bis zur Vollendung des 70. Lebensjahres mit großem Erfolg ausgeübt. Wer war dieser Mann?

Hans Kiel wurde am 4. August 1896 in Hannover geboren, besuchte dort das Ratsgymnasium, begann 1919, nach dem 1. Weltkrieg aus dem Heeresdienst entlassen, das Studium des Bauingenieurwesens an der Technischen Hochschule Hannover. 1922 bestand er das Examen als Diplomingenieur. Nach seiner Ausbildung als Regierungsbauführer beim Wasserstraßenamt Tönning, den Kanalbauämtern Hannover und Peine für den Mittellandkanal und bei der Wasserstraßendirektion Hannover legte er im Februar 1925 die Große Staatsprüfung ab. Zum Regierungsbaumeister ernannt, war Kiel bis Ende 1925 beim Neubauamt für den Damm zur Nordseeinsel Sylt und im folgenden Jahr als Bevollmächtigter bei der Stettiner Hafengemeinschaft tätig.

Am 1. Dezember 1926 begann beim Kulturamt Stettin das mehr als 32-jährige Wirken von Hans Kiel in der Wasserwirtschaftsverwaltung. Sein Name ist anschließend mit der Durchführung zahlreicher Kulturbaumaßnahmen im Regierungsbezirk Düsseldorf eng verbunden, wo er zunächst als Regierungsbaumeister, seit 1. April 1930 als Regierungsbaurat und ab 1. Dezember 1933 als Vorstand des Wasserwirtschaftsamtes II wirkte. Seinem Geschick und Können ist es zu verdanken, dass mit den niederländischen Nachbarn die wasserwirtschaftlichen Fragen im Grenzgebiet einvernehmlich geregelt werden konnten.

Während des 2. Weltkrieges wurde Kiel als Oberregierungs- und Baurat nach Den Haag abgeordnet, um die wasserwirtschaftlichen Angelegenheiten in den Niederlanden zu bearbeiten. Diese schwierige Aufgabe hat er in verständnisvollem Zusammenwirken mit den holländischen Kollegen äußerst diplomatisch und erfolgreich durchgeführt.
Nach dem Kriegsende nahm Kiel seine frühere Tätigkeit als Vorstand des Wasserwirtschaftsamtes II in Düsseldorf wieder auf. Er widmete sich mit bewährter Tatkraft der Beseitigung der großen Kriegsschäden und dem Wiederaufbau wasserwirtschaftlicher Anlagen.

Am 1. April 1948 wurde er als Hauptdezernent für Wasserwirtschaft an die Bezirksregierung in Köln versetzt, dort 1953 zum Regierungsbaudirektor und 1955 zum Leitenden Regierungsbaudirektor unter gleichzeitiger Ernennung zum Abteilungsleiter befördert. Diese Zeit ist durch Kiels unermüdliches Wirken für wasserwirtschaftliche Entwicklungen im Regierungsbezirk Köln gekennzeichnet.

So legte er die organisatorischen, technischen und wirtschaftlichen Grundlagen für das vom Land Nordrhein-Westfalen geschaffene Gesetz zur Bildung des Großen Erftverbandes für die Regelung der Wasserwirtschaft im linksrheinischen Braunkohlenabbaugebiet. Weiterhin wurden unter seiner Aufsicht der Kölner Randkanal, die Genkel- und Wahnbachtalsperre errichtet.

Kiels Verdienste für die Wasserwirtschaft im Regierungsbezirk Köln fanden am 4. August 1961, seinem 65. Geburtstag, durch Verleihung des Bundesverdienstkreuzes I. Klasse ihre Anerkennung.

Nach Vollendung seines 63. Lebensjahres ließ sich Kiel auf eigenen Wunsch aus dem Landesdienst pensionieren und übernahm die Geschäftsführung des Wahnbachtalsperrenverbandes.

Mit seinem Ausscheiden als Geschäftsführer am 31. Juli 1966 wurde mit ihm noch eine einjährige Beratungstätigkeit für den Wahnbachtalsperrenverband vereinbart.

Ein wohlverdienter Ruhestand war Herrn Kiel nicht vergönnt. Nach schwerer Krankheit ist er am 10. August 1966 kurz nach Vollendung seines 70. Lebensjahres gestorben.

Auf der 24. Verbandsversammlung am 25. November 1965 wurde der seit dem 1. Dezember 1959 als Stellvertreter tätige Regierungsbaurat a. D. Franz-Gerd Hötter mit Wirkung vom 1. August 1966 auf die Dauer von 12 Jahren zum Geschäftsführer des Wahnbachtalsperrenverbandes gewählt. Er ist nach insgesamt nahezu 30-jährigem sehr erfolgreichem Wirken für den Verband am 1. August 1989 in den verdienten Ruhestand getreten.

 

Franz-Gerd Hötter, von 1966 bis 1989
Geschäftsführer des Wahnbachtalsperrenverbandes

Schon Jahre bevor er in den Wahnbachtalsperrenverband eintrat, kannte Franz-Gerd Hötter die Talsperre zwischen Siegburg und Neunkirchen-Seelscheid gut. Nach seinem Studium an der Technischen Hochschule in Aachen 1946 bis 1950 hatte der 26-Jährige sein Examen abgelegt und den so genannten „Vorbereitungsdienst für den höheren technischen Verwaltungsdienst in der Wasserwirtschaftsverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen“ begonnen. Nach drei Jahren legte er die „Große Staatsprüfung“ vor dem Oberprüfungsamt für die höheren technischen Verwaltungsbeamten in Frankfurt ab und begann seine Tätigkeit als technischer Angestellter, später als Regierungsbauassesor und –baurat beim Wasserwirtschaftsamt Bonn. Während dieser Zeit arbeitete er maßgeblich an mehreren Großvorhaben im Regierungsbezirk Köln mit, so am linksrheinischen Kölner Randkanal. Wichtig aber vor allem für seinen späteren Werdegang scheint die Arbeit als Vertreter der staatlichen Bauaufsicht bei dem Bau der Wahnbachtalsperre gewesen zu sein.

Hötter interessierte sich sehr für den Wahnbachtalsperrenverband. So suchte er 1959 beim Regierungspräsidenten in Köln um eine Beurlaubung ohne Dienstbezüge nach, weil er beim Wahnbachtalsperrenverband eine „Probedienstzeit“ absolvieren wollte.

Aus dem damaligen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Landes Nordrhein-Westfalen erreichte ihn ein negativer Bescheid: „Es ist nicht vertretbar, wenn ein meiner Aufsicht unterstellter Verband einen bewährten Beamten des Landes zunächst auf Probe einstellen will und dadurch die sofortige Besetzung der dringend benötigten Planstelle unmöglich macht“, hieß es in dem Schreiben. Und so empfahl WTV-Geschäftsführer Hans Kiel dem Verbandsvorsteher Dr. Franz Kaiser: „Im Interesse des Verbandes müsste unter allen Umständen versucht werden, die Schwierigkeiten, die sich dadurch für die Einstellung Baurat Hötters ergeben, zu beseitigen.“ In Kürze: Hötter erhielt seinen Vertrag, auch ohne Probezeit.

Er wurde im Dezember 1959 als stellvertretender Geschäftsführer und Leiter der Bau-, Planungs- und Grunderwerbsabteilung eingestellt. Kaum sechs Jahre später wählten ihn die Vorstandsmitglieder zum Geschäftsführer. Die großen Aufgaben während seiner Amtszeit: eine Ausweitung des Versorgungsgebietes im damaligen Siegkreis und in den ländlichen Gebieten des früheren Kreises Bonn-Land. Hinzu kam der Bau des Grundwasserwerkes Untere Sieg mit der Trinkwasseraufbereitungsanlage Sankt Augustin-Meindorf und allen erforderlichen Hauptversorgungsleitungen, darunter auch einem Rheindüker im Norden Bonns.

Als Glanzpunkt in Hötters Tätigkeit beschrieb der Verbandsvorsteher, Oberkreisdirektor Paul Kieras, 1989 anlässlich seiner Verabschiedung als Geschäftsführer den Bau der Phosphor-Eliminierungsanlage. Ein Urteil, das auch der Geschäftsführer des Ruhrverbandes und des Ruhrtalsperrenvereins, Professor Dr. h.c. Klaus R. Imhoff, bei eben dieser Verabschiedung bestätigte: Die Phosphor-Eliminierung wie auch die „hypolimnische Belüftung“ hätten den „doch relativ kleinen Wahnbachtalsperrenverband weltbekannt“ gemacht. Hötter habe es bestens verstanden, sein Team durch „Freiräume, die der jeweiligen Kompetenz entsprachen“, anzuspornen.

Die Organisation wissenschaftlicher Arbeit führte der begeisterte Ingenieur in mehreren Gremien konsequent fort: Rund 16 Jahre saß er im Vorstand der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) und vertrat diese im Deutschen Verband für Wasserwirtschaft und Kulturbau (DVWK). Seit 1971 gehörte Hötter ferner dem Herausgeberkreis der Fachzeitschrift „Das Gas- und Wasserfach“ an, ab 1983 arbeitete er federführend für dieses Fachorgan. Seine Erfahrungen bei der Ausweisung von Wasserschutzgebieten brachte er in den zuständigen DVGW-Fachausschuss ein.
Mit der Vollendung des 65. Lebensjahres am 3. Juli 1989 schied Franz-Gerd Hötter aus dem Wahnbachtalsperrenverband aus.

 

Wolfram Such

Es gibt sicher viele Menschen, die stets mehr als den „Dienst nach Vorschrift“ machen. Und dann, seltener jedoch, gibt es jene, die irgendwie verwachsen zu sein scheinen mit ihrem Beruf. Bei denen der Arbeitsalltag vom Hobby schon gar nicht mehr zu trennen ist. Zu diesem Personenkreis gehört Wolfram Such, von 1966 bis 2001 Mitarbeiter des Wahnbachtalsperrenverbands, davon 12 Jahre als dessen Geschäftsführer.

Nun könnte man sagen, dieser Beruf sei ihm schließlich in die Wiege gelegt worden, wurde doch Such 1936 in Haldensleben nahe Magdeburg als Sohn eines Kreisbaumeisters und  Wasserverbandsgeschäftsführers geboren. Und das bestätigt der 67-Jährige tatsächlich: „Ich war immer im Thema“, erzählt er, denn der Vater habe ihn nach der Schule nicht selten „eingespannt“. Gut erinnert er sich, wie er auf dessen Geheiß zu Hochwasserzeiten mit Messgeräten loszog, um außergewöhnliche Wasserstandshöhen festzuhalten. Doch er denkt nicht ungern an diese Arbeit.

So studierte er Bauingenieurwesen an der Technischen Hochschule Dresden mit dem Schwerpunkt Wasserbau und Wasserwirtschaft und trat 1960 als Geohydrologe in den Dienst der DDR- Braunkohleindustrie in Leipzig. Seine Hauptaufgabe: Die Entwässerung von Lockergesteinsschichten in den Lausitzer und Mitteldeutschen Revieren, ober- und unterhalb der im Tagebau abzutragenden Flöze. Kurz vor dem Mauerbau zog Such aus der damaligen DDR in den Westen um und begann, nach einem kurzen Intermezzo bei der Bundesanstalt für Wasserbau in Hamburg, die Ausbildung für den höheren bautechnischen Verwaltungsdienst in der Wasserwirtschaftsverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Die praktische Ausbildung absolvierte er schon beim Wahnbachtalsperrenverband. Im Februar 1965 legte er die Große Staatsprüfung ab und wurde anschließend mit dem Geschäftsbereich Wasserversorgung beim Wasserwirtschaftsamt Bonn betraut. Nicht lange, denn am 1. April 1966 wechselte der gerade 30-Jährige als stellvertretender Geschäftsführer und Leiter der Planungs-, Bau- und Grunderwerbsabteilung zum Wahnbachtalsperrenverband. Als rechte Hand des damaligen Geschäftsführers Franz-Gerd Hötter war er maßgeblich am Bau des Grundwasserwerks Untere Sieg in Sankt Augustin und am Ausbau des Rohrleitungsnetzes nach Bonn und im westlichen Rhein-Sieg-Kreis sowie am Bau mehrerer großer Trinkwasserbehälter und Pumpwerke beteiligt. Ebenso arbeitete er intensiv an der Realisierung des Projektes „Phosphor-Eliminierung“ mit. Nach dem Ausscheiden Franz-Gerd Hötters im Jahr 1989 nahm Wolfram Such den Platz des Geschäftsführers ein.
Niemand kannte die Gegebenheiten und Aufgabenstellungen zu diesem Zeitpunkt besser als er. Doch zuvor genoss er „die zweite Reihe“. Denn Such kümmerte sich nicht nur um das Trinkwasser in der Region, er arbeitete auch ehrenamtlich für das Technische Hilfswerk (THW) an zahlreichen Hilfsprojekten im Ausland mit.

Nach seiner Wahl zum Geschäftsführer des Verbandes griff der Bauingenieur die Planungen für ein weiteres Grundwasserwerk im Hennefer Siegbogen zur Sicherung der Trinkwasserversorgung auf und schaffte dadurch Voraussetzungen, die Anlagen des Verbandes den zukünftigen, auch quantitativen Anforderungen anzupassen. Denn rheinland-pfälzische Kommunen, wie Bad Neuenahr, Grafschaft, Remagen und Ahrweiler, beziehen inzwischen ebenfalls ihr Trinkwasser aus Siegelsknippen.

Während Suchs Dienstzeit intensivierte sich die Kooperation mit den Landwirten in den Wasserschutzzonen der Gewinnungsanlagen des Verbandes. Schutz- und Vorsorgemaßnahmen - das Stichwort heißt hier „Multi-Barrieren-System“ - leisten heute einen wichtigen Beitrag für die Wasserqualität und zusätzlich für das ökologische Gleichgewicht in der Region.

Am 16. Juli 1992 wurde ihm für seine Verdienste das Bundesverdienskreuz I. Klasse verliehen. 

Das Wirken Suchs über seine Arbeit im Wahnbachtalsperrenverband hinaus zu beschreiben, erfordert einen langen Atem: Sein umfangreiches Fachwissen und seine jahrzehntelangen Erfahrungen hat er als Verfasser von über 200 Beiträgen in Publikationen, als Mitautor des Taschenbuches der Wasserwirtschaft, als Prüfer beim Oberprüfungsamt für die technischen Verwaltungsbeamten und als Dozent bei vielen Seminaren und in Vorträgen weitergegeben. Und selbstverständlich wirkte der Wasserexperte  im Netz der Fachausschüsse und Vereinigungen mit: im „Deutschen Verein des Gas- und Wasserfachs“ (DVGW), in dem „Deutschen Verband für Wasser- und Kulturbau“ (DVWK) oder bei der „Länderarbeitsgemeinschaft Wasser“ (LAWA).

Im April 2001 ging Dipl.-Ing. Wolfram Such in Pension, doch bei der Arbeitsgemeinschaft Trinkwassertalsperren e.V. wechselte er lediglich aus formalen Gründen den Stuhl und übernahm nun statt des Vorsitzes die Geschäftsführung. Auch bei der Deutschen Wasserhistorischen Gesellschaft arbeitet Such immer noch mit Freude mit. „Ich bleibe dem Wasser treu“, sagte er bei seiner Verabschiedung coram publico im Kreishaus. Etwas anderes wäre auch für niemanden vorstellbar.

 

Prof. Dr. phil. Dr. h.c. Heinz Bernhardt
Ein Berufsleben für die
 
Güte und Aufbereitung von Talsperrenwasser

Geboren am 20. April 1929 in Dresden, nach der Reifeprüfung 1947 an der Oberschule in Falkenstein/Vogtland, von 1948 1957 Chemiestudium in Marburg mit Abschluss als Diplom-Chemiker und Promotion begann Dr. Heinz Bernhardt am 1. Juni 1957 seine berufliche Tätigkeit als Betriebsleiter der Trinkwasseraufbereitung beim Wahnbachtalsperrenverband.
Zur Erweiterung seiner wasserchemischen Kenntnisse, zur Einarbeitung in die Technologie der Trinkwasseraufbereitung aus Talsperrenwasser sowie zur Einrichtung und für den Betrieb eines Laboratoriums zur Untersuchung und Überwachung der Wassergüte nutzte Bernhardt Studienaufenthalte bei der Firma Wabag-Wasserreinigungsbau, Kulmbach, in den Trinkwasseraufbereitungsanlagen an der Söse-Talsperre der Harzwasserwerke des Landes Niedersachsen und in Roetgen im Wasserwerk des Landkreises Aachen.

Nach Inbetriebnahme der Wahnbachtalsperre und Aufnahme der Trinkwasserversorgung durch den Wahnbachtalsperrenverband im Jahr 1958 erstreckten sich Bernhardts Arbeitsgebiete auf die Wassergewinnung, Wasseraufbereitung, Wasseruntersuchung und –überwachung sowie die Wasserverteilung.

Die Zeiten der weltweiten Kernwaffenversuche gaben den Anstoß für die Entwicklung aufbereitungstechnischer Maßnahmen zur Eliminierung radioaktiver Substanzen aus dem Talsperrenwasser.

Mit diesen Untersuchungen legte Prof. Dr. Heinz Bernhardt den Grundstein für den erfolgreichen Aufbau der Forschungs- und Entwicklungsabteilung beim Wahnbachtalsperrenverband.

Die in den 60er Jahren rasant fortschreitende Eutrophierung der Wahnbachtalsperre aufgrund der Belastung besonders mit Phosphornährstoffen aus dem verhältnismäßig dicht besiedelten und intensiv landwirtschaftlich genutzten Einzugsgebiet bildete einen neuen Schwerpunkt seiner wissenschaftlich-technischen Arbeit. Die Bekämpfung der schädlichen Folgen der Nährstoffbelastung veranlasste ihn zur Entwicklung der Tiefenwasserbelüftung stehender Gewässer nach dem System „Wahnbachtalsperre“.
Die wachsende Belastung des Talsperrenwassers mit Algen und Plankton regten ihn zur Identifizierung und Ermittlung algenbürtiger organischer Substanzen in stehenden Gewässern und damit zur Entwicklung und Optimierung von Flockungs- und Filtrationsverfahren zu deren Eliminierung aus Talsperrenwasser an.

Die langjährigen Vorarbeiten, die Planung und Inbetriebnahme der Phosphor-Eliminierungsanlage an der Einmündung des Wahnbaches in die Vorsperre verschafften ihm mit Lösung der Wassergüteprobleme in der Wahnbachtalsperre nationale und internationale Anerkennung.

Diese Anerkennung führte dazu, dass Prof. Dr. Bernhardt in zahlreiche deutsche, europäische und internationale Arbeits- und Beratungsgremien auf den Gebieten der Gewinnung und Aufbereitung von Trinkwasser und zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigungen berufen wurde. Er wirkte als Projektleiter bei umfangreichen Forschungsvorhaben und langjähriges Mitglied in der Trinkwasserkommission des Bundesgesundheitsamtes bei der Neufassung der Trinkwasserverordnung mit. Prof. Bernhardt war als Gutachter der Bundesregierung und der Weltgesundheitsorganisation der UN bei der Bewältigung von Trinkwasserproblemen in verschiedenen Ländern der Erde tätig.

Das interdisziplinäre Zusammenwirken von Ingenieurwissenschaften, Chemie, Biologie, Physik und weiteren Fachdisziplinen entwickelte er seit 1971 als Mitbegründer und wissenschaftlicher Leiter der Arbeitsgemeinschaft Trinkwassertalsperren e.V. (ATT), in der rund 40 Talsperrenbetriebe und –verwaltungen, Wasserversorgungsunternehmen, Wasserverbände und wissenschaftliche Institute in Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden ihre Erfahrungen und Erkenntnisse bei Bewirtschaftung, Betrieb und Unterhaltung von 70 Talsperren und Speicherbecken zur Trinkwasserversorgung austauschen.

Obwohl Prof. Dr. Bernhardt nicht als hauptberuflicher Hochschullehrer tätig gewesen ist, hat er schon frühzeitig auch der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses große Aufmerksamkeit gewidmet. Seit 1968 an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen mit einem Lehrauftrag über Wassergütewirtschaft betraut, wurde er 1973 zum Honorarprofessor dieser Hochschule ernannt. Ab 1987 kam ein weiterer Lehrauftrag über Wasseraufbereitung an der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg hinzu. Am 1. Juni 1995 verlieh ihm zum ersten Mal nach der demokratischen Hochschulerneuerung die Fakultät Forst-, Geo-, und Hydrowissenschaften der Technischen Universität seiner Heimatstadt Dresden die Ehrendoktorwürde „in Anerkennung hervorragender Leistungen auf dem Gebiet der Wasserforschung und des Gewässerschutzes, der Überführung der Forschungsergebnisse in die Praxis, bei der Entwicklung innovativer Wasserbehandlungsverfahren, der Durchsetzung neuer Gewässerschutzstrategien sowie bei der Hochschulerneuerung in der Fachrichtung Wasserwesen“.

Sein berufliches Wirken ist nicht zu trennen von seiner umfassenden ehrenamtlichen Tätigkeit in nationalen und internationalen Institutionen des Wasserfaches, wie seine 30-jährige Obmannschaft im Hauptausschuss Wassergüte und Aufbereitung sowie zahlreichen Fachausschüssen und Arbeitskreisen des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e.V., der International Water Supply Association, der Fachgruppe Wasserchemie in der Gesellschaft Deutscher Chemiker, als wissenschaftlicher Herausgeber des Journal of Water Supply Ressource and Technology AQUA.

Von großer Bedeutung ist auch sein Engagement für die Übertragung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die politischen Entscheidungsprozesse. Hier ist vor allem auf die Erarbeitung der viel beachteten, auch als Buch erschienenen Studie „Phosphor – Wege und Verbleib in der Bundesrepublik Deutschland“ zu nennen, der wenig später die Untersuchung über die aquatische Umweltweltverträglichkeit von NTA als Phosphorersatz in Waschmitteln folgte. Diese beiden Studien bildeten die wissenschaftliche Grundlage für die Waschmittelgesetzgebung in der Bundesrepublik Deutschland und die Verordnungen der Bundesregierung, mit denen die Gewässerbelastung durch Phosphate an der Quelle, d.h. bei der Herstellung P-haltiger Produkte, eingeschränkt wurde.

Sein Wirken fand auch durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Anerkennung.

Die wissenschaftlich-technischen Ergebnisse seiner vielfältigen Arbeiten sind in mehr als 250 Veröffentlichungen in deutschen und internationalen Zeitschriften, Büchern und Tagungsberichten erschienen.

Im Mai 1994, aus Anlass seines 65. Geburtstages und zu seinem Ausscheiden aus dem Wahnbachtalsperrenverband, wurden die Verdienste von Prof. Bernhardt auf einer vom Wahnbachtalsperrenverband veranstalteten Technisch-wissenschaftlichen Tagung mit dem Thema „Probleme der Trinkwasserversorgung aus Talsperren“ mit über 170 Teilnehmern gewürdigt.

Auch nach seiner Pensionierung blieb Prof. Dr. Bernhardt dem Wahnbachtalsperrenverband durch Beratung, Forschung und Entwicklung weiter eng verbunden. So hat er noch maßgeblich die Entwicklung und Einführung zukunftsweisender Wasseraufbereitungsverfahren vorangetrieben, die in der neuen Trinkwasseraufbereitungsanlage Siegburg- Siegelsknippen eingesetzt werden.

Am 12. Januar 1996 wurde vor Vollendung des 67. Lebensjahres Prof. Dr. Dr. h.c. Heinz Bernhardt plötzlich und unerwartet mitten aus seiner rastlosen und aufopferungsvollen Arbeit gerissen. Das deutsche und internationale Wasserfach hat damit einen begnadeten Wasserwirtschaftler und überragenden Fachmann verloren. Alle, denen Gelegenheit gegeben war, mit ihm zusammenzuarbeiten und von ihm zu lernen, gedenken seiner in Dankbarkeit und Respekt vor einem ungewöhnlichen Lehrer, erfolgreichen Berater, verehrten Kollegen und guten Freund, der in nahezu 40 Jahren den Aufbau und die Entwicklung des Wahnbachtalsperrenverbandes mit geprägt hat. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren!