Seitenname: Betriebsführung
Druckdatum: 18.05.2012
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TAG des WASSERS 2008

UN-Forderung nach sanitärer Grundversorgung im Versorgungsgebiet des Wahnbachtalsperrenverbandes mehr als erfüllt

Wahnbachtalsperrenverband unterstützt UN-Forderung zum

„Tag des Wassers“

„Die Forderung der Vereinten Nationen (UN) nach einer sanitären Grundversorgung für alle ist für die Bürger in NRW bereits seit Jahrzehnten Wirklichkeit", erklärt Dr. Jochen Stemplewski, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwirtschaftsverbände in NRW (agw) anlässlich des „Tag des Wassers“ der UN am 22. März 2008. „Jedoch haben wir über die Grundforderung der UN hinaus bereits heute einen Standard bei der Trinkwasserversorgung in unserem Versorgungsgebiet und auch der kommunalen Abwasserentsorgung durch unsere Städte und Gemeinden erreicht, den wir ohne Übertreibung als Weltspitze und dies bei vernünftigen Gebühren, bezeichnen können,“ ergänzt der Vorsteher des Wahnbachtalsperrenverbandes Landrat Fritjhof Kühn.

Mit der in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen, nicht zuletzt von der Europäischen Union und den privatwirtschaftlich organisierten Versorgungsunternehmen angestoßenen reinen Kostenbetrachtung der Trinkwasserbereitstellung sollte das Trinkwasser in Deutschland und Europa zur Handelsware werden wie die weltweit gehandelten Energien Strom und Gas. Von mehr Wettbewerb im Trinkwasserbereich mit Ausschreibung und zeitlich begrenzter Übertragung von Rechten für die Trinkwasser-versorgung sowie von Privatisierung der Trinkwasserversorgung war die Rede. Der Hinweis auf den hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandard der Trinkwasserversorgung in Deutschland und die unter Berücksichtigung dieses Standards angemessenen Preise fand in Politik und Öffentlichkeit oft kein Gehör.

Mit der öffentlichen Diskussion zu den erwarteten Klimaveränderungen aufgrund der Erderwärmung und der damit eintretenden Veränderungen bei Niederschlag, Wasserführung der oberirdischen Gewässer und Entwicklung des Trinkwasserverbrauchs der Bevölkerung haben viele Bürger erkannt:

WASSER IST KEINE WARE, sondern ein wesentlicher Bestandteil unserer Umwelt und damit unseres Lebens, auf das wir nicht verzichten können. Begriffe wie Daseinsvorsorge, öffentliches Interesse, Erhaltung der Lebensgrundlagen und Nachhaltigkeit werden wieder mit der Trinkwasserversorgung in Verbindung gebracht und von der Bevölkerung als wesentliches Zukunftsproblem angesehen. Eine sichere, qualitativ hochwertige und nachhaltig ausgerichtete Trinkwasserversorgung wird zukünftig noch stärker als heute Standortvorteil für entsprechend ausgerichtete Regionen sein.

Diese gesicherte Trinkwasserversorgung über mehrere Jahrzehnte wird der Bevölkerung in der Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahr zum „Tag des Wassers 2008“ insbesondere deshalb ins Gedächtnis gerufen, weil sich am 28. April 2008 die Aufnahme der Trinkwasserversorgung aus der Wahnbachtalsperre zum 50. Mal jährt und außerdem mit der im Jahr 2008 anstehenden Sanierung des Dammbauwerkes der Wahnbachtalsperre offenkundig wird, dass langfristige Investitionen und Instandhaltungskonzepte erforderlich sind, um eine versorgungssichere Trinkwasser-versorgung zu betreiben.

Die Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahr wird mit der Ausrichtung auf die Wahnbachtalsperre als Jahresspeicher für die Trinkwasser-versorgung und die zwei erschlossenen Grundwasservorkommen im Siegtal mit dem langjährig praktizierten nachhaltigen Ansatz nach dem Multibarrierensystem gut gerüstet sein. Die solidarische Umsetzung des Trinkwasserversorgungskonzeptes durch einen Wasserverband, der ohne den Blick auf schnelle Profite langfristig,
qualitativ hochwertig und kostengerecht die Wasserversorgung von ca. 1 Million Menschen in der Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahr und demnächst auch in der Region Neuwied und Altenkirchen sicherstellt, wird wie in den vergangenen fünf Jahrzehnten auch in Zukunft ein Erfolgsmodell sein.

Der Verband hat in der Vergangenheit mit der Verwirklichung der hohen Standards in der Sanitärversorgung seine Kompetenz bei der Verwirklichung von Zukunftsaufgaben eindrucksvoll bewiesen. Der Klimawandel stellt nun die Wasserwirtschaft weltweit vor neue Herausforderungen. Der Wahnbachtalsperrenverband entwickelt bereits heute die hierfür notwendigen Konzepte. „Mit dem Wahnbachtalsperrenverband verfügt die Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahr über eine wirkungsvolle Institution, die die Kompetenz besitzt, diesen Herausforderungen im Interesse der Bürger langfristig zu lösen“, erklärte Geschäftsführer Norbert Eckschlag.

Hintergrund

Die Arbeitsgemeinschaft der Wasserwirtschaftsverbände NRW (AGW) ist ein Zusammenschluss aus Aggerverband, Bergisch-Rheinischem Wasserverband, Emschergenossenschaft, Erftverband, LINEG, Lippeverband, Niersverband,  Ruhrverband, Wasserverband Eifel-Rur, und der Wupperverband. Bis zur Übernahme der Betriebsführung durch die Stadtwerke Bonn (SWB) war der Wahnbachtalsperrenverband Mitglied in dieser Arbeitsgemeinschaft.

Ziel des Zusammenschlusses ist es, wasserpolitische Themen bürgernah zu kommunizieren und der breiten Öffentlichkeit die Bedeutung der Wasserwirtschaft deutlich zu machen. So sind die Wasserwirtschaftsverbände in weiten Teilen von Nordrhein-Westfalen für die Reinigung von Abwasser und die Bewirtschaftung von Grund- und oberirdischen Gewässern zuständig. Sie sind gemeinwohlorientiert und arbeiten ohne Gewinnerzielungsabsicht.

Die Verbände der AGW decken etwa zwei Drittel der Fläche des Landes NRW ab und betreiben über 323 Kläranlagen mit über 17,7 Mio. Einwohnerwerten. Neben diesen betreiben sie noch 29 Talsperren und sind für die Betreuung von rund 17.500 km Fließgewässer verantwortlich.

Betriebsführung

Vom Wahnbachtalsperrenverband wurden im Jahr 2004 die Stadtwerke Bonn GmbH mit der Betriebsführung seiner Anlagen beauftragt.

Da die Stadtwerke Bonn seit dem Jahr 1958 zu Teilen und seit dem Jahr 1989 vollständig im gesamten Stadtgebiet durch den Wahnbachtalsperrenverband mit Trinkwasser versorgt werden, wurde das Personal und damit das Kno-How des Wahnbachtalsperrenverbandes den Stadtwerken Bonn zur Verfügung gestellt. Damit kann die Ausübung der Betriebsführung eines regionalen Trinkwasserversorgers mit der Gewinnung, Aufbereitung und großräumigen Verteilung von Talsperrenwasser und Grundwasser für etwa 800000 zu versorgende Einwohner in der Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahr gewährleistet werden.

Im Rahmen der Diskussionen um die Übertragung der Betriebsführung wurden aus dem politischen Raum und der Bevölkerung Bedenken in Bezug auf eine Beibehaltung der anerkanntermaßen hohen Trinkwasserqualität im Versorgungsgebiet des Wahnbachtalsperrenverbandes geäußert. Um diese Bedenken auszuräumen wurde die Gründung eines unabhängigen Kuratoriums zur Überwachung der Trinkwasserqualität beim Wahnbachtalsperrenverband und die jährliche Dokumentation der Aufwendungen zur Kontrolle und Erhaltung der Wasserqualität in einem Trinkwassergütebericht beschlossen. (Dieser ist unter "Laboratorien" als Pdf-Datei herunter zu laden). Inzwischen wurde für die Jahre 2005 und 2006 unter dieser Zielsetzung erstellte Wassergüteberichte vorgelegt. Darin sind die Maßnahmen des Verbandes und des Betriebsführers zur Sicherstellung der Trinkwasserqualität in Einzugsgebieten, Wassergewinnungsanlagen, Trinkwasseraufbereitungs- und Trinkwasserverteilungsanlagen zusammengestellt und erläutert. Dem Kuratorium zur Überwachung der Trinkwasserqualität beim Wahnbachtalsperrenverband, der Verbandsversammlung und den Gremien des Verbandes, den versorgten Städten und Gemeinden in der Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahr sowie den Versorgungsunternehmen und zum Endverbraucher liefern, dienen diese Berichte zur Information und als Grundlage für anstehende Entscheidungsprozesse.


Hauptabnehmer des WTV sind die Stadt Bonn, der Rhein-Sieg-Kreis, die Kreisstadt Siegburg, die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Abnehmer im Rhein-Sieg-Kreis sind die Gemeinden:
Alfter, Eitorf, Neunkirchen-Seelscheid, Ruppichteroth, Wachtberg, Windeck, die Städte Bornheim, Hennef, Königswinter, Lohmar, Meckenheim, Rheinbach sowie die Wasserverteiler W.B.V. Herchen, WBV Thomasberg, W.B.V. Leuscheid, W.V.G. Sankt Augustin, Wasser und Bodenverband.

Abnehmer im Kreis Ahrweiler sind:
Stadt Remagen, Gemeinde Grafschaft, Wasserverband Eifel-Ahr.